Ausbildungsstellenakquise
Seit 1992 geht die Zahl der gemeldeten Ausbildungsstellen schrittweise zurück, während die Anzahl der Bewerber deutlich ansteigt. Für das rückläufige Ausbildungsangebot sind vor allem strukturelle Veränderungen, ein wachsender Kostendruck und der verringerte Nachwuchsbedarf infolge des Personalabbaus vieler Unternehmen verantwortlich. Dennoch kann in vielen Betrieben durch eine gezielte Akquisearbeit „ungenutztes Ausbildungspotential“ wieder aktiviert werden. Ausbildungsplätze werden neu geschaffen oder wieder aufgelegt.
Der aves betreibt im Rahmen seiner berufsvorbereitenden sowie berufsbegleitenden Projekte eine kontinuierliche Akquise von Praktikums- und Ausbildungsstellen seit Bestehen der Einrichtung. Die vorhandenen Kompetenzen in diesem Sektor bündelte der aves von 2000 bis 2004 in einer gesonderten Ausbildungsstellenakquise, die er im Auftrag der Agentur für Arbeit durchführte. Seit 2004 ist der aves vom Ministerium für Wirtschaft, Arbeit und Verkehr des Landes Schleswig-Holstein mit dieser Aufgabe betraut.
Zielsetzungen
Die Stellenakquise des aves verfolgt mit ihrer Tätigkeit
- die Ermittlung unbesetzter Ausbildungsstellen auf lokaler und regionaler Ebene
- die Motivation von Unternehmen zur Reaktivierung und Schaffung von Ausbildungsplätzen
- die Beratung von Unternehmen in Ausbildungsfragen
- die Vermittlung von Kontakten zwischen Unternehmen und passenden Bewerbern/innen
- die Information zuständiger Beratungsfachkräfte der Agentur für Arbeit über vakante Ausbildungsstellen.
Zielgruppe
Die Akquise bezieht sich auf alle potentiellen ausbildungsfähigen Unternehmen in der Region Eckernförde.
Verlauf
Der aves kann bei der Akquise von Ausbildungsstellen auf einen vielfältigen „Firmenpool“ von Wirtschaftsbetrieben, Handwerksfirmen und Dienstleistungsunternehmen zurückgreifen: Dadurch, dass der aves seit vielen Jahren in den Regionen tätig ist, sind die persönlichen Ansprechpartner der rund 1700 Betriebe in der Regel bekannt. Die enge Kooperation mit namhaften innungsgebundenen Betrieben garantiert des Weiteren eine optimale Einschätzung der aktuellen Entwicklungen auf dem allgemeinen Ausbildungs- und Arbeitsmarkt im regionalen Wirtschaftsraum. Die jahrelange Zusammenarbeit mit den verschiedenen Kammern und Innungen unterstützt dies.
In regelmäßigen Abständen nimmt der Akquisiteur telefonischen oder persönlichen Kontakt zu den Verantwortlichen der Kooperationsbetriebe auf, um nach vakanten Ausbildungsstellen zu fragen. Er vereinbart bestmöglich einen Termin, um weitere Inhalte (z.B. Beratung bei „Unentschlossenheit“ oder Unsicherheiten, Erstellung konkreter Anforderungsprofile) zu besprechen. Dem aves ist es wichtig, den persönlichen Kontakt kontinuierlich und zuverlässig zu führen.
Um gerade das Spektrum der sogenannten „neuen“ Berufe abzudecken und neue Ausbildungsplatzkapazitäten zu ermitteln und zu nutzen, betreibt der aves eine gezielte Erst- bzw. Neuakquise: Der zuständige Mitarbeiter ermittelt zunächst anhand verschiedener Methoden (z.B. Besuche von berufsspezifischen Veranstaltungen, Aufsuchen von Gewerbegebieten) Adressen und weitere notwendige Informationen. Die Gewinnung von Ausbildungsstellen bei neuen, noch unbekannten Betrieben verläuft schließlich unter Nutzung der verschiedenen Akquisestrategien und -instrumente.
Vor allem die Betriebe, die in der Vergangenheit bereits ausgebildet haben, nun jedoch aus verschieden Gründen davon Abstand genommen haben, sollen kontaktiert werden. Der Ausbildungsakquisiteur erläutert mit den Betrieben deren spezielle Situation und versucht Unterstützungs- bzw. Lösungsmöglichkeiten (z.B. Schaffung eines Ausbildungsverbundes) gemeinsam zu erarbeiten, um künftig wieder auszubilden. Intention der Akquisetätigkeit ist es, die Bedarfe der Betriebe exakt zu ermitteln, so dass eine passgenaue Auswahl von Bewerbern im Anschluss stattfinden kann. Der Akquisiteur ermittelt vor Ort gemeinsam mit den zuständigen Mitarbeitern die dem Ausbildungsplatz zu Grunde liegenden Kriterien. Neben Informationen über den Ausbildungsberuf mit seinen eventuellen Fachrichtungen erfragt er die genauen Vorstellungen des Betriebes hinsichtlich der Kenntnisse und Qualifikationen des künftigen Auszubildenden.
Die Dienstleistung für die Betriebe umfasst folgende Bereiche:
- Ermittlung und Erstellung eines exakten Anforderungsprofils
- Weiterleitung des Profils an vermittelnde Stellen (Beratungsfachkräfte der Bundesagentur für Arbeit, ggf. Kammern)
- Allgemeine Beratung bei der Planung und Durchführung der Berufsausbildung
- Hilfestellung bei konkreten Fragen der Vorbereitung und betrieblichen Ausgestaltung der Berufsausbildung
- Information über mögliche (finanzielle) Förderungsmöglichkeiten
- Information über die Möglichkeit einer Ausbildung in Kooperation/ im Verbund
- Information über neue Ausbildungsberufe und Ausbildungsordnungen
- Unterstützung bei der Kontaktaufnahme zu Kammern und der Kammerprüfung
- Hilfe bei der Suche von Verbundpartnern
- ggf. Vorauswahl von Bewerbern
Der Akquisiteur meldet alle ermittelten Ausbildungsstellen an das Ministerium für Wirtschaft, Arbeit und Verkehr des Landes Schleswig-Holstein sowie an die Berufsberatung der Arbeitsagentur.
Dauer und Finanzierung
Der aves wurde vom Ministerium für Wirtschaft, Arbeit und Verkehr des Landes Schleswig-Holstein zunächst bis Ende 2011 beauftragt. Das Projekt wird aus dem Zukunftsprogramm Arbeit mit Mitteln des Europäischen Sozialfonds gefördert.
Ansprechpartner
Ingo Kruse
Kieler Str. 57
24340 Eckernförde
T 0 43 51 | 72 88 - 22
E-Mail schreiben

